Rasse und Regen

Guten Abend Kontinent! Ein Wunder ist geschehen! ES REEEGNEEEEET!!! Schick, das. Hat es doch seit Wochen kein Troepfchen vom Himmel geworfen…

Es regnet stet und sanft, begleitet von einem zarten Donner hier und dort, kuehler Wind zieht durch das warme Haus. Sehr gut. Kuehler Kopf kann schreiben. Gar keinen kuehlen Kopf hatte allerdings gestern eine Lady in der Firma. Unser kleiner Computerraum steht im Rahmen einer Partnerschaft mit dem JobCentre PLUS (So heisst hier das Arbeitsamt….tschuldigung….die Arbeitsagentur) allen Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwecks Arbeitssuche zur Verfuegung. Da die Nutzer recht angstfrei und kreativ im Umgang mit Computern sind, verbringe ich hin und wieder ein bisschen Zeit damit die Rechner wieder in einen normalen Zustand zu versetzen. So auch gestern wieder geschehen, man setzt sich hin und ignoriert so weit es geht das Gesabbel der Leute im Raum. Als ich kurz aufstehen musste um den Drucker neu zu starten, schwuppte sich eine Madame, Dauergast im Etablissement, auf den Stuhl und fingerte am Rechner rum. “Sorry, der ist gerade in Wartung, koennen Sie bitte einen anderen nutzen?” Man muss dazu sagen, dass es vier Rechner gibt, die Uebersicht ist also gewaerhleistet wenn man bis fuenf zaehlen kann. Sie schnarrte “Welchen denn???” Hm…”Einer der zwei freien vielleicht, direkt DA LINKS?” leicht bebend setzte sie sich an einen freien Rechner um dann keifend zu fragen “Und WO bitte ist auf diesem Rechner MEIN INTERNET???” (Ich liebe es…) worauf ich mir ein ernstes “Muss wohl irgendwo da draussen sein” nicht verkneifen konnte. Sie konnte mir dann erklaeren, dass ihr Internet nicht am gewohnten Platz ist. Aha! Der Button auf dem Desktop ist woanders…..nun ja. Schauen Sie mal: Wenn Sie auf dem Desktop mal *huestel* das Internet nicht finden, dann schauen Sie doch einfach mal unter Start -> Programme -> Internet Explorer/Opera/Firefox. Toll, nicht? Darauf hin keifte Sie “Willst Du mich jetzt fuer bloed verkaufen oder was?” “Nein, ich moechte Ihnen nur erklaeren, wo Ihr Internet sich derzeit befindet. Denn wenn es mal weg ist, kann man es hier meistens finden.” Sie rastete voellig aus, beschimpfte mich auf uebelste Weise und ich versuchte ihr vergeblich klar zu machen, dass es eigentlich nicht mein Job ist ihr ueberhaupt irgendwas zu erklaeren. Danke, bitte, auf Wiedersehen. Aber nein. Sie explodierte weiter. Sie zeterte und schnarrte bis endlich Verstaerkung kam. Michael vom Rapzimmer, wie ich unser Musikstudio nenne, kennt sich offenbar mit exploding Mamas ganz gut aus und brachte sie mit wenigen Worten zum absoluten Stillstand. Yo. Respect, Bro. Sie telefonierte dann mit einer Freundin um sich zu versichern, dass man ein “www.” braucht um auf eine bestimmte Seite zu kommen. Uff. Als ich dann den Raum verliess, machte Sie jeden darauf aufmerksam, dass sie soeben Opfer eines rassistisch motivierten Angriffs wurde. Da blieb mir glatt der Gruentee im Hals stecken. Arbeitet man doch in einer Firma die bis auf drei Gestalten (eine davon ich) alle moeglichen Farben hat und bekommt einen “Rassist” an den Hals. Also echt. Kein Wunder, dass diese junge Dame keinen Job bekommt. Natuerlich war das der grosse Kracher in der Firma und alle Kollegen grinsen mich seit dem bloed an. Rassist. Moi. Ich habe dann vor versammelter Mannschaft zugegeben, dass ich in Wirklichkeit von der Gemeinschaft anonymer Rassisten zwecks Eingliederung in die Gesellschaft zu ABi vermittelt wurde und hier nun in einem multikulturellen Umfeld zwangsarbeite. Michael fertigte mir ein Papierbaertchen im Adolfstyle an, den ich doch mal ankleben soll, wenn die Dame das naechste mal kommt. Na das lassen wir mal lieber. Aber mal ehrlich: “Wo ist mein Internet” weil der Button auf dem Desktop nicht am richtigen Platz ist….er war ja da, nur nicht an dem Platz den Sie das letzte mal memorisiert hat. Computerkurs, Ich hoer Dir trapsen. War es falsch, in der Sprache zu antworten, die sie versteht? Ich habe auch nicht die Augen verdreht oder bloed gegrinst, ehrlich. Ich habe todernst mit ihr gesprochen. Es regnet immer noch und das grollen ist stetem Donnern gewichen. Ich kann den Rasen saufen hoeren und die Voegel feiern Poolparties. Da draengt es mich doch glatt unter die Dusche. Ach ja, nachdem massive Beschwerden kamen, hier ein paar Bilder von Frankreich. Vom Fest habe ich keine Bilder gemacht, das waere nur unangenehm aufgefallen. Die Bilder sind auch nicht in Originalgroesse, wegen der Uploadzeit. Wer Gefallen an einem Schmetterling findet, bekommt ihn gerne als “Vollversion”. http://pictures.ambidex.de

Gute Nacht Kontinent :-)

Einen Kommentar schreiben: