Faule Aepfel und Orkane

hefeweizen.jpgGuten Abend Kontinent! Was macht man an einem nasskalten Samstag Abend in London wenn man nicht ausgehen mag? Man macht es sich zu Hause bequem. Lecker Tee, den Heizungsregler raufgeschraubt und gut is. Homevideo mit Weizenbier und Schnittchen. Von wegen. Mein Kernobstmultimediacenter streikt. Die Ratte. Drei Stunden Internetrecherche um zu erfahren: Mein Laufwerk ist madig. Und dabei hat alles so schoen angefangen.

Einen Stapel MACs fuer die Firma geordert und angeschlossen. Das neue MacBook Pro hingegen wurde aus Sicherheitsgruenden, natuerlich im Rahmen der allgemeinen Terrorismusvorsorge, von der Abteilung fuer Informations- und Kommunikationstechnologie beschlagnahmt und seit dem einem dirty Dauertest unterzogen. 4x schneller soll er sein, passt schon, rennt gut…Multimedia……aha, da war doch was: Es frisst keine gekauften DVDs. Ob leer oder voll, nada play. Keck springt der Videoplayer auf aber nichts passiert. “Keine DVD im Laufwerk” versucht mir das System zu sagen. Alles klar. Und der DVD Player wollte nur mal Guten Abend sagen. Ich koennte einfach das Geraet wechseln…aber aus Trotz habe ich nun das alte Powerbook G4 drangeschnallt und die Firewire Verbindung gestartet. Laeuft einwandfrei. Multimedia halt. Multiple Computer um eine legal gekaufte Mediadatei einzusehen. Ach so meinen die das! Trotz allem: Der Rest laeuft einwandfrei. Shit happens, das Laufwerk wird von Apple kostenlos ausgetauscht. Und wenn ich Windows brauch’ starte ich es einfach im laufenden MAC. Es dauert 12 Sekunden um zu booten :) Genug der Technik.

Ja und sonst? Tornado. Wer hat die Bilder nicht gesehen…ratlose, geschockte Englaender vor ihren ueberteuerten Lehmbehausungen. Was soll man machen. Wer die Huetten kennt, wundert sich ueber nichts. Unsere Nachbarn haben teilweise noch olle Wasserspeicher auf dem Dach. Wenn der Schwimmer kaputt ist sitzen die entweder kaltwassermaessig im trockenen oder das Dach pieselt den ganzen Tag Fontaenen aus der Notleitung. Ungefaehr ein viertel Jahr lang hat drei Haeuser weiter das Dach gepinkelt. Keiner wundert sich. Einfach mal abwarten. Wir schon einen Grund haben, dass da 24 Stunden am Tag Wasser vom Dach laeuft. Bloss nicht nachdenken. Was das alles wieder kostet. Wasserzaehler haben wir ja noch keinen im Kiez. Wenn man bedenkt, dass eine 3 Zimmer/Kueche/Bad Haushaelfte aus den spaeten 60ern mit Gaertchen hier ab £600.000 Silberlingen zu haben ist, ist das schon eine sehr Britisch-liberale Einstellung gegenueber dem Preis-Leistungs-Verhaeltnis. Ich hefte das mal unter Wahrnehmungsstoerungen ab. Muss am Rind liegen.
Ach und die Spione natuerlich. Von Insidern ja schon “Little Moscow” genannt, glaenzt London mit immer neuen Stories, 007 zum anfassen. Oder besser nicht. Wie auch immer…kurz nach dem Zwischenfall erreichte mich eine Email aus vertraulicher Quelle (Danke Frankie!) in welcher vermutet wird, dass der Spion in Wirklichkeit am Englischen Essen gestorben ist. Die Moeglichkeit besteht…wie auch in anderen Laendern werden hier die 7 Koestlichkeiten gerne “landestypisch” zubereitet um den Gaumen der Nation zu treffen. Eine Kontamination ueber die Fish and Chips war es also. Puudins Fritze fischt mit fischige Finger im Alex seine Fischentschipps. Und schon haben wir den Lebensmittelskandal. Da die Englaender aber empfindlich reagieren wenn es um ihr Essen geht, hat man die Schuld einfach auf die Russen geschoben. Hat frueher prima geklappt, machen wir nochmal. Haben ja auch bald neue Sprengkoepfe. Ein neuer Satz Bomben zum verrotten lassen, ein paar Milliarden auf den Sprengkopf geklopft. Was solls. Vielleicht sollte man aufhoeren andere Laender zu ueberfallen. Dann sind sie auch nicht so sauer :)
Abgesehen davon ist alles schick, man freut sich auf Weihnachten und hortet seltsame Dinge um anderen eine “Freude” zu machen. Ich habe irgendwie das Gefuehl, dass hier extrem viel mehr Schund verhoekert wird als zu Hause. Vor Weihnachten geht alles. Ich fuer meinen Teil habe im Lidl meine Quelle der Barmherzigkeit gefunden: Wernesgruener, auch im 5 Liter Fass, Muenchener Hofbraeu und, Ho, Ho, Ho, Finkbraeu Hefe Weissbier! Traditionally brewed in accordance with the purity law of 1516. An der Dosengestaltung feilen sie noch, vielleicht ist es aber auch ein auf den Britischen Markt zugeschnittenes Killerdesign. Die Oxford Bottled Beer Database kennt das Produkt jedenfalls schon seit 2004, die Webseite “RateBeer” hat auch was zu berichten. Ein paar Buddeln werde ich am Freitag zur Weihnachtsfeier mitbringen. Britische Weihnachtsfeiern sind so ‘ne Sache. Wir muessen alle maskiert kommen. Und die Office Managerin entscheidet welches Kostuem wer anziehen muss. Ihre glorreiche Idee war, das ich als iPod kommen soll. Ich werde Bericht erstatten. So weit die Lage des Empires. Gute N8!

Ein Kommentar zu “Faule Aepfel und Orkane”

  1. Bernd

    Gude!

    Viel Spaß, bei der X-Mas Feier. Der Vorteil bei englischen Weihnachtsfeiern ist aber doch eindeutig der, daß es keinen “Knigge” gibt, wie in Deutschland üblich. In der BRD muß man erstmal 423 Verhaltensmaßregeln beachten, um ja nicht irgendetwas falsches auf der Weihnachtsfeier zu veranstalten.

    Hier, im Inselaffenstaat, ist das alles kein Problem – da kann man sich so richtig gehen lassen und keinen interessierts – da kann der Kontinetaldeutsche noch ganz viel lernen!!! LOCKER MACHEN!!

    Und natürlich haste recht – des kann nur eine Lebensmittelvergiftung gewesen sein – bei dem Frass! Oder vielleicht wars auch Selbstmord, weil er sich das englische Essen nicht mehr antun wollte. So Gedanken kommen einem doch, bei der Englischen Küche.

    So, ich wünsch’ Dir einen schöne Woche.

    Bis denne

    de Bernd

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