Coaches, Kameras und Hardware mit Fuesschen

Nachdem ich nun so ziemlich alle Regeln des britischen Smalltalks mit Fuessen getreten habe, werde ich nun gecoacht….…und ich muss sagen: Man lernt was! Nicht verwunderlich, hat er, seines Zeichens Schwager vom Chef, doch ueber 25 Jahre lang die Spitzenkraefte der Pharmaindustrie trainiert und sie ganz ohne Pillen gluecklich gemacht. Denn, Regel Nummer eins bei den Pillendealern: Niemals das Zeug selber fressen. Nun ja, er hat Management Training angeboten und ich habe zugesagt. Macht Sinn, denn mit meinen Smalltalkfaehigkeiten konnte ich schon in Deutschland keinen Blumentopf gewinnen. Es ist eine Mischung aus (wirklich!) weisen Weisheiten, NLP und Indischen Sprichwoertern die mir nun hilft moeglichst sanft mit meinen Insulanern umzugehen. Alles in allem wirklich multiplattformmaessig anwendbar und sinnvoll. Korrekt ausgefuehrter Smalltalk ist hier extrem wichtig. Da die Englaender ihre Kultur seit jeher eher ausgelagert haben, sind sie nun an einem Punkt an dem sie nur noch ueber 1) Das Wetter 2.) Fussball und 3.) Cricket smalltalken. Na super. Da bin ich doch „voll dabei“. Mal sehen wie ich das mache.

Kameras und Hardware mit Fuesschen? Tja, da fange ich mal schnell bei Adam und Eva an: Cheffe hat mich gefragt: „Machst Du auch in Kameras? So ueberwachungsmaessig?“ „Hmmm….so lange da eine Funkantenne oder ein Netzwerkkabel dran ist: gerne.“ Nach einigen Tagen sehr guter Recherche: „Hier Cheffe, Funknetzwerkkameras, Software auf den Server geklatscht, fertig. Jeder kann uebrigens im Browser glotzen, Zoom und Ton ist auch mit dabei.“ Cheffe dann: „Och noeeee….das ist ja teuer….“ Hm. „Naja, ich habe gut recherchiert und muss sagen: Das System kostet schon mal 30% weniger als normal, es muessen keine Kabel verlegt werden und am Ende kannst Du sogar von zu Hause gucken! Doll, was?“ Er wieder: „Och, noeeeee…..so teuer….“ Alla hopp, mir auch egal. Mein Job endet hier. Bin ja nu net es Linsegretche hier, gell. Dann kam der Tag der Wahrheit und zwei Leute (Projektmanager) haben konspirativ zwei verschiedene Kamerasysteme bestellt. Einfach so. Beim Haendler des Vertrauens, ueber Ebay. Und die Haelfte vergessen. Und ich sollte es richten. Nee, nee, Leute, ihr nehmt jetzt mal schoen die Anleitung in die Sparkrallen und verkabelt das selber! Die dann einen Kameraspezialist geordert, („Outsourcing“, hoert sich besser an als „Kein Plan“) der kopfschuettelnd und unverrichteter Dinge wieder abgezogen. Dann haben sie doch die Anleitung gelesen und mit Hilfe von Raymond, dem Hausmeister, die Kabel 'sauber verlegt“ und den Rest dazugekauft. Als die Chose dann angeschlossen war, fuehlte man sich toll und ganz sicher. Dann passierte es: Der erste TFT Monitor verschwand aus dem oeffentlichen Bereich der Firma. Hahaaa! Wir haben ja nun Kameras! Jo, man muss trotz aller Freude ueber die bunten Bilder schon noch den AUFNAHMEKNOPF druecken, Jungs! Keine Aufnahme, keine Beweise. Hektisches rumfieseln um die Kameraanlage. Gut, sollte nun laufen. Dann gestern: Laptop gestohlen. Kamera hat „aufgenommen“, nun wissen die selbsternannten Sparkameraspezialisten auch was „Aufloesung“ in der Produktbeschreibung bedeutet und warum sie relevant ist. Die Aufnahmen koennten durch die kaputte Brille eines halbblinden gemacht worden sein. Marshmallows mit Baseballmuetzen huschten ueber das truebe Bild. Die ganze Anlage hat am Ende mit Monitoren, Aufnahmegeraet, Verkabelung, Installation und allem etwas mehr als das doppelte meiner Loesung gekostet. Allerdings muss ich sagen, das meine Anlage Aufloesungsmaessig Industriestandard hatte und keinen Ebaystandard. Und was hat man mich dann heute noch gefragt? „Kann man das jetzt auch irgendwie per Browser ansteuern?“ Ja, man kann. Indem man die ganze Scheisse endlich rausreisst, wieder auf Ebay stellt und den Bub mal machen laesst. Das muessen die Englaender noch lernen: Wer billig kauft, zahlt zwei mal. Wir haben die Diebe identifizieren koennen, allerdings hat die Abteilung Kameraueberwachung einen relevanten Standpunkt schlicht und ergreifend vergessen mit einer Kamera auszustatten: Den Raum in dem die Laptops und TFT Monitore stehen. Tja. Wenigstens sehen wir sie rauslaufen, die Tasche voller als bei ihrer Ankunft. „Oh, die duerfen wir aber nicht mehr reinlassen“ Och ja, sach blos.

So long, liebe Continentals. Wie immer lauwarme Gruesse mit wenig Kohlensaeure.

andre 🙂

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