Das frohe, neue Jahr

london.jpgNach all den Festivitäten habe ich nun endlich mal wieder Luft ein wenig zu berichten. Rückblickend kann ich sagen, dass Weihnachten in England kein Fest für die Leber ist. Silvester noch viel weniger.

Mein erste Weihnachtsfeier wurde von meinem Apple Händler ausgerichtet. Mitten in einer Schicki-Micki Kneipe in Soho (Es hiess in der Bibel übrigens Soho und Gomorrha, man hat sich damals verschrieben) nahm das Gelage seinen lauf. Es gab jede Menge unappetitlich frittierter Tier- und Gemüsereste, dafür stimmte aber die Getränkekarte. Aufgrund meiner eher zurückhaltenden Art habe ich mich meistens mit meinen neuen Freunden Gin und Tonic unterhalten. Echt nette Leute, ich habe sie bis zum naechsten Nachmittag nicht mehr aus dem Kopf bekommen.

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Der peinlichste Auftritt des Abends war, tadaaaaa: Der Apple Mann. Ein hagerer Bursche mit ersten grauen Haaren, von oben bis unten auf lässig getrimmt und doch am Ende nur lästig. „We are going to take over the world“ und „We are the best“ hat er besoffen gesabbelt. Ich habe ihn gefragt ob er vorher als Strukki oder im WalMart gearbeitet hat oder gar, ohje, beim Hurra-und-Klatsch Verein Microsoft? Nee, hat er nicht. Aus vertraulichen Kreisen wurde mir dann zugetragen, dass der gute an jenem Abend nicht nur seinen Verstand kurzweilig abgelegt hat, sondern auch seine Brieftasche, sein Handy und sein Laptop. Tja. Kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort, grössere über den Abend verteilt. Ich kam jedenfalls mit all meinen Sachen nach Hause und bereitete mich auf die Firmenfeier vor. Ein sehr hübsch aber fast totdekorierter Raum war „Santas Grotto“, die Höhle des Nikolaus. Bedingt durch die immer noch steigenden Hauspreise in London kann die arme Sau sich nicht mal ein Heim leisten sondern wohnt in Höhlen. Wir mussten alle im Kostüm kommen, es wurde gefeiert wie bei uns Fassenacht. Die spinnen, die Briten.
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Naja, der „Secret Santa“, bei uns wohl „Wichtelgeschenk“ genannt, war ein voller Erfolg. Ich habe Radutensilien bekommen sowie Chilisosse und einen USB Stick. So hatte ich die Möglichkeit, das warme, weihnachtliche Gefühl jederzeit künstlich hervorzurufen und abzuspeichern. Danke Santa. Weihnachten feiern die übrigens am 25. Dezember. Warum konnte mir keiner sagen. Ich packe das mal in die selbe Schublade wie die Armaturen im Bad sowie die allgemeine Fahrtrichtung.

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Und dann war da noch Sylvester. Die Stadt war gerammelt voll, ich habe noch nie so viele sehr schwer betrunkene Menschen ausserhalb eines befriedeten Geländes (Oktoberfest) gesehen. Das Feuerwerk war nur wenigen vergönnt, die meisten sahen nur helle Blitze und hörten die sehr markerschütternden Donnerschläge. Aber man kann nicht alles haben. Brüderchen und ich sind mit dem Rest der Crew im „Intrepid Fox“ und im „The Marlborough Head“ abgestiegen. Wer sich noch an die Mos Eisley Cantina aus Krieg der Sterne erinnert, weiss ungefähr wie es dort zugeht.

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Und sonst? Gar nix. Same procedure as every year. Happy New One, Kontinent! Ach ja, die ganz mutigen können sich hier mehr Bilder ansehen!
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1 Antwort zu Das frohe, neue Jahr

  1. St. PancrEas sagt:

    Ich moechte noch anmerken, dass die Dame „avec plumage“ auf diesem Foto ihre Klamotten ja noch an hat. Was fuern Pfusch!

    Hat eigentlich jemand die Zahl der Unfaelle auf der St.Giles High Street zwischen 23 und 2 Uhr verfolgt?

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    Anmerkung von Cheffe: Das ist ja auch keine Pornoseite hier 🙂 Unfaelle? Was fuer Unfaelle?

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