Koenigreich-Reisen & Muelltonnenwanzen

Wer bei Koenigreich-Reisen an ein Reisebuero der Zeugen Jehovas denkt, liegt leider falsch. Nach langer Brutzeit hier nun mein Directors Cut Ei der Schwedenreise und ueberhaupt. Mit Multimedia, Links und bunte Bilders und so ne Sachen, ne.

Mitten im Terroralarm habe ich meine konstitutionelle Monarchie verlassen um zu pruefen wie parlamentarische Monarchien so mit dem Terror umgehen. Das edle „Konungariket Sverige“ (Schwedisches Koenigreich) hat mich freundlicherweise als Kurzasylant aufgenommen (Danke an Kung Maddiin an dieser Stelle) und sich vorbildlich cool gezeigt.

In England ging die Ausreise trotz verschaerfter Sicherheitsmassnahmen seitens der Flughafenbetreiber recht flott ueber die Buehne. Sehr gut organisiert das alles, danke Achsel des Poesen, ihr habt es geschafft das Reisen sicherer zu machen – bei schnellerer Abfertigung. Apropos Abfertigung: Eine sehr genaue Kontrolle muessen alle Amerikareisenden ueber sich ergehen lassen, wir Europareisenden duerfen uns mit Getraenken, Achselspray und Haargel versorgen sobald wir durch die Kontrollettistation sind, die Amis nicht. Nach wie vor sind transparente Plastiktueten fuer USA Reisende angesagt, ich habe mein Terrorset bestehend aus Computer, Ladekabel und externer Fetzplatte ungehindert durch die strengen Augen der Antiterrorkraefte bekommen. Ja und die Schweden? Smoerrebroed. Ganz geschmeidig handhaben die das. Also erst mal haben sie die huebscheren Polizistinnen. Ich dachte kurzweilig, dass am Flughafen ein Fotoshooting fuer Uniformmode stattfindet, aber nein, die waren alle echt und im Dienst. Sehr flott, die Damen. Alles ganz locker dort, nix Schuhe ausziehen und die Buddel Wasser darf auch mit. Sie haben es sogar noch geschafft freundlich zu sein. Danke, Schweden, dass ihr Euch nicht von jeder laecherlichen Nachricht zu noch laecherlicheren Handlungen hinreissen lasst.

Zueruck nach Schweden: Ich habe spontan den Martin besucht, er hat Heimurlaub bekommen und wartete schon mit einem Kombi voll absolut delikatem Riegele Bier in Goeteborg auf mich. Ein berauschendes Wochenende, inclusive Heimweg-zu-Fuss-Elchtest (ich habe nicht bestanden) und lecker Futter. Es wurde eine echte Kräfta Party geschmissen, ein traditionelles Fest bei dem eimerweise Krebse zu Holunderschnaps und Bier vertilgt werden. Der Ablauf war etwa wie folgt: Traditionelles Lied singen, SKOL! schreien, Schnaps trinken und dann Krebs zerpfluecken. Das ganze dann mit verschiedenen Liedern ueber drei Stunden, mit einem durchschnittlichen Schnapsabstand von ca. 15-20 Minuten. So gegen 23:30 erkennt man dann wer beim Schnapstrinken geschummelt hat, alle anderen sind im Koma. Meine guete….trinken koennen sie ja, die Schweden… ich habe uebrigens von zwei Schweden das Trinkzertifikat „erstaunlich“ bekommen. Fuer einen Deutschen bin ich angeblich sehr lange sehr konzentriert bei der Sache gewesen. Tja, die Trainingscamps in Frankreich, England und Nieder-Roden machen sich halt bezahlt. Die Stadt Halmstad (in Schweden unten links) ist die Hauptstadt der Provinz Hallands län in Schweden. Sie liegt in der historischen Provinz Halland auf halbem Weg zwischen Malmö und Göteborg an der Mündung des Flusses Nissan und ist ein beschauliches Staedchen mit etwas ueber 50.000 Einwohnern. Ein besonderes Wahrzeichen der Stadt ist die Dreimastbark „Najaden“, die als Museumsschiff an der Nissan-Brücke beim Schloss duempelt. Etwas außerhalb liegt am Meer Tylösand, was kein IKEA Kleingartenspaten ist sondern der Name des kilometerlangen Sandstrandes. Eine nette FuZo im historischen Stadtkern, nette Straende und extrem viele echte Schwedinnen runden das Erlebnis ab. Wer nicht vor einem kleinen Glas Bier fuer laeppische 5 Euro zurueckschreckt, kann sich schoen in den reichlich vorhandenen Kneipen vergnuegen. Aber da man den Braumeister der ansaessigen Kroenleins Brauerei zur Bruderschaft der Bierlinge zaehlen kann, ist das mit dem Bierpreis ohnehin egal. Auch ein Deutscher, gell. Die Brauereifuehrung mit anschliessender Bierverkoestigung war hochprozentig gut!
Ein paar Bilder sind in der Galerie zu sehen und ein Video von einer leicht bis mittelschwer angetrunkenen Schwedisch-Deutschen Kraefta Mannschaft gibt es hier zum herunterladen (so 20MB) Was gibt’s sonst noch? Die Stadt London hat beschlossen, die sogenannte „Congestion Charge“, eine taegliche Citysteuer ueber 8 Pfund pro Auto, nun auch auf Autoscooter anzuwenden. Vorausgesetzt natuerlich, dass sich die Kerb im Dorf befindet. (wir sprechen hier von der Jahrmarktversion im eigenen Gehege, also keine freifahrenden.) Was soll man dazu sagen. Iss halt e Audo, odder?! Leute die solche Sachen beschliessen, verdienen hier vorneweg rund 35.000 Pfund pro Jahr, ohne Cityzuschlag. Wenn man bedenkt, dass der durchschnittliche IQ eines solchen Beamten knapp unter dem eines kalten Chicken Wings wabert, braucht man sich also ueber tolle Zustaend‘ nicht wundern. Nach einigem Nachhaken der Presseorgane wurde diese real existierende Satire dann doch wieder verworfen.

Und ja, die Muelltonnenwanzen! Ueber 500.000 Mülltonnen sind hier mit RFID-Chips ausgestattet worden, im Kampf gegen den Muellterror natuerlich ohne Wissen der Haushalte. Die an den Tonnendeckeln installierten Chips fassen das Muellgehabe der Familie Flodder in einer zentralen Datenbank zusammen. Alte Feindschaften werden aufgewaermt weil die Technik aus Deutschland stammt: „Germans plant bugs in our wheelie bins“ – „Deutsche verwanzen unsere Mülltonnen“ lautet die Ueberschrift des Artikels. Klar. Da kann man doch auch genauso behaupten „Englaender schaedigen die Sonnencremeindustrie“. Aber naja. Wer sich rund 350 mal am Tag heimlich filmen laesst (Ich nenne es zaertlich Governmental Porn) braucht sich ueber Ueberwachung der Muelltonne eigentlich nicht aufregen. So denne, ueberwachte Gruesse gen Kontinent, liebe Freunde!

Dieser Beitrag wurde unter Sache, (die wo) passiern (tun) veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar