Kunst und das Eastend…

Wer vom Londoner Eastend schon einmal gehoert hat, weiss worum es geht….schmutzige Hochhaeuser, eklige Typen in zu fetten Autos und jede Menge Crack…Einfach „Eastend“ heisst das im Osten gelegene Viertel Londons, Im Gegensatz zum Westend ist das Eastend-Viertel eher ein Arbeiterviertel der sozialen Unterschichten. Ursache ist, dass während der Industrialisierung in England im 19. Jahrhundert die Industrieabgase wegen des vorherrschenden Westwindes meistens vor allem im Ostteil der Stadt zu spüren waren. Seit das Eastend in den Achtzigern Industrien und Haefen verlor, ist es eher auf dem absteigenden Ast und statt Industrieabgasen riecht man nun die Crackpfeifen. Ich habe mich gestern Abend auf die Abenteuersocken gemacht um den sagenumwobenen HUNGA MUNGA Club zu besuchen.

HUNGA MUNGADas Motto des regelmaessig im Bethnal Green Working Men’s Club stattfindenden Events lautet: „arty parties without the arty farties“. Und siehe, es gibt ein Licht im Zuhaelterviertel! Die Organisatoren setzen auf Kitsch pur, jeder darf sich an den Grabbelkisten mit Farbtuben, Pinselsets, Leinwaenden, Papier und so weiter eindecken um spontan „Kunst zu machen“. Der BBC hat schon einmal angefragt, ob sie nicht eine Reportage drehen duerften oder wenigstens Fotos machen koennten…dies wurde konsequenterweise abgelehnt, man bleibt gerne unter sich. Unverkrampfte Menschen treffen sich dort um mit den gegebenen Materialien zu spielen. Vom todernsten Kunststudent auf Frauenfang ueber die Professorin fuer moderne Kunst (Sie sass bei mir am Tisch und kam um sich koestlich zu amuesieren, inkognito natuerlich…) bis hin zu echten Vicky Pollard Verschnitten auf dem Weg in eine intelligentere Zukunft (Little Britain Fans wissen wen ich meine…) …alle waren vorstellig. Sehr schraege Bands spielten sehr schraege Musik, auch das war Teil der kuenstlerischen Improvisation. Mein erstes Werk war daher eine Collage…und zwar feuchtes Klopapier in den Ohren. Ich habe das Kunstwerk pragmatisch „Laermstopper“ genannt und stolz den ganzen Abend getragen. Na es hat nicht wirklich lange gedauert bis der gesamte Raum voll mit Freaks war, Tische, der Boden und die Theke uebersaet mit Pinseln, Farbe und Klebstoff. Echt nett. Da muss man also erst in wueste Viertel fahren um was schoenes zu sehen?!

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Man blieb nicht lange untaetig…..

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… tauchte die Griffel in die Farb’….

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….und ergoetzte sich am allgemeinen Flair de Kitsch. So weit die News, liebe zu Hause gebliebenen. Hier regnet es in Stroemen und ich bereite mich seelisch und moralisch schon einmal auf eine Radfahrt ins Nasse vor. Gretings!

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