Man wundert sich im grossen Britannien

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Guten Abend und Willkommen zum Wochenrueckblick. Wie soll man anfangen? Tote Spione? Immobilienpreise? Ach was, fangen wir doch mit dem wichtigsten hier ueberhaupt an:

Die Puboeffnungszeiten! Der gemeine Brite war ja schon nicht schlecht ueberrascht als es dieses Jahr hiess: Pubs duerfen laenger oeffnen…

Bisher war das Ritual gepraegt von 1. schnell besoffen werden (binge drinking, denn um 11 is Schicht) 2. im Anschluss versuchen trotz erhoehtem Alkoholgehalt im Blut am Tuersteher vorbei in den naechsten Club zu kommen, wo man dann, nachdem man seine £10 Eintritt gelatzt hat, weiter trinken kann. Mit dem ortsueblichen Nachtzuschlag natuerlich. Als die Oeffungszeiten gelockert werden sollten, war das Geschrei gross. Noch mehr Alkoholleichen in den Strassen und das rund um die Uhr. Laerm, vollgepinkelte Strassen und ach…. Liebe Londoner, lasst Euch sagen, Ihr habt auch ohne Pubs diese Plagen. Schon mal was von oeffentlichen Toiletten gehoert? So transportable Pissoirs? Super Sache, das. Eine reiche Stadt sollte sich diesen Luxus ohnehin leisten. Aber die Zeit, in der Ihr Eure Nachttopfe aus dem Fenster entleert habt, ist ja noch nicht sooo lange vorbei. Laerm habt ihr auch immer (es sei denn dieses laecherliche 70er Jahre Amifilm-Polizeisirenen Geplaerre 24/7 zaehlt nicht) Mal ne Frage, Polizei & Co: Ihr habt je nach Dringlichkeit bis zu sechs verschiedene Kreischtoene aus Euren Autos kommen. Bringt das was? Nee, oder? Ich sehe Euch immer, die dollsten Geraeusche machend, hinten Anstehen. Die feine Englische Art halt. Immer schoen warten bis man dran kommt. Und die Alkoholleichen? Auch hier wird kein Pub benoetigt. Allerlei Drogis, Obdachlose und gestrandete Punks machen das Leben auf den Strassen bunter. Aber wenn ihr, Leichtbiervolk, so in Eurer eigenen K***e liegt, ist das schon ein heiterer Anblick den ich an einem Freitag oder Samstag nicht missen moechte. Puenktlichkeit ist auch hier Trumpf, ihr seid da nicht zu uebertreffen! Respect, my dear Mr. Singing Club! (Danke an Andi fuer diesen!!) Naja, lange Einleitung, kurzer Schluss: Die Handelsbehoerde fuer Rausch und Bier hat festgestellt, dass drei Viertel der Trinker nach wie vor um 11 nach Hause schwanken. Wundert mich aus oben genannten Gruenden nicht. Ich muss aber auch sagen, dass ich noch keinen Pub gefunden habe, der den Late Night Service anbietet. 85% gehen jedenfalls nicht mehr oder laenger aus als sonst und 21% merken wie angenehm trinken ohne Zeitdruck sein kann. Na dann „Willkommen zur Gemuetlichkeit“, liebe Briten! Jetzt noch echtes Bier ins Land geschafft und das Leben faengt erst richtig an fuer Euch Fuselnasen! Wo wir gerade bei harten Drogen sind: Die Wissenschaft bei Euch hat festgestellt, dass Heroinabhaengige, versorgt durch Vadder Staat, nicht mehr den Mitmensch ausrauben muessen um an den naechsten Fix zu kommen. Fuer laeppische £12.000 pro Jahr und Armbeuge kann man der Misere Herr werden. £620 pro Jahr fuer die Droge, die sehr rein und billig ist, der Rest der zwoelf Mille ist fuer Verwaltung und Betreuung. Meine Fresse. Irgendwie kommt mir da in den Kopf, dass wir so was schon sehr lange sehr erfolgreich in Deutschen Grossstaedten durchfuehren. Also, Drogenbeauftragte, wieso nicht mal einen Trip auf den Kontinent wagen und vor Ort den „Vorsprung dortch Teshnick“ erkunden. Ein Drogi kostet die Gesellschaft naemlich rund £50.000 pro Jahr. Die ersten Kritiker schreien schon aus ihren wunden Haelsen: „Wenn man das mit Drogenabhaengigen macht, was bekommen dann die Paedophilen“…*Kopfschuettel* oder der Asthmakranke, der nun seinen Schuss gratis haben will. Alles Leute, die noch nie von einem Drogi ausgeraubt worden sind. Ab in de Pub, Straftrinken!! Ihr hab so gar nix kapiert! Naja, was soll man machen….zum Schluss noch ein nettes Warnschild der Londoner Polizei, verfasst auf Arabisch, damit es auch jeder lesen kann:

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So weit das Wort zum Sonntag. Gute Nacht 🙂

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